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Freud und Leid - eine Sicht auf den 9. November

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Der 9. November ist für uns Deutsche ein bedeutendes Datum - aber nicht nur für uns deutsche Bürger; es trifft und betrifft viele Menschen, vielleicht auch Menschen, die die Veränderungen nicht gewollt haben. Ich möchte erinnern an ein wichtiges Datum in unserer, in meiner Geschichte, ich möchte an die guten und schlechten Seiten erinnern. In vielen Augen ist der 9. November ein Tag der Freude, was für mich auch eine der wichtigsten Assoziationen zu diesem Tag ist, aber der 9. November weckt auch furchtbare Erinnerungen und so möchte ich bei all den vielen Artikeln und Beiträgen in den Medien und der Blogosphäre an beide Ereignisse erinnern und ich wünsche, dass man nicht vergisst.

Zwanzig Jahre Mauerfall sind keine Zeit, trotzdem hat sie viel verändert, viel bewegt und man wird dieser Tage oft und vielschichtig erinnert. Der 9. November ist sicher ein Tag der Freude, ein Tag an dem ich mehr Freiheit gewann. Vor 20. Jahren war ich gerade 16 Jahre jung, begriff die Welt noch in anderen Grenzen und die montaglichen Demonstrationen habe ich in ihrer Tragweite sicher nicht begriffen, nur gestaltet. Heute geniesse ich die neue Freiheit, sei es in den vielen Eindrücken die ich rund um die Welt erfahren habe, sei es aber auch in den Möglichkeiten, die ich im eigenen Land erfahren durfte und schätze. Sei es aber auch, in dem man für die erhaltene Freiheit eintritt, in dem man auch im Netz für eine Freiheit kämpfen muss.

Aber der 9. November tritt auch in seiner Traurigkeit zum tragen, es ist nur ein kleiner Unterschied im Datum, aber ein Großer in seiner Bedeutung und in seinen Ausmaßen. Der andere 9. November tritt gern in den Hintergrund, die antijüdischen Pogrome 1938 sind kein Anlass das Datum in allen Medien groß und breit aufzuzeigen. Trotzdem ist es ein Teil von uns und ist sicher auch einer der Gründe, warum wir nochmal einen 9. November brauchten. Die Teilung Deutschlands ist auch das Ergebnis des 9. November, ein Ergebnis der NS-Verbrechen, die ab diesem Datum ein besonderes Ausmaß erhielten, und nicht nur die der freudige Anlass, den wir zumeist heute feiern und an den sich viele erinnern.

Der Fall der Mauer ist für viele Menschen eine wunderbare Perspektive auf ein geschichtsträchtiges Datum, was auch gut ist; aber ich denke, man sollte den 9. November in seiner Gesamtheit begreifen, sehen und erinnern. Der aktuell Anlass des Mauerfalls bringt mich immer wieder zum Nachdenken und erinnern. Jeder Bericht in den Medien läßt mich innerlich frieren und die Erinnerungen sind so verschieden. Trotzdem meine ich, dass wir uns den 9. November in seiner Gesamtheit erhalten sollten, begreifen und aufbereiten. Ich wünsche mir, dass nachfolgende Generationen darüber lesen, lernen und versuchen zu verstehen. Der 9. November ist mehr als die Erinnerung an den Mauerfall!

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2 Kommentare zu „Freud und Leid - eine Sicht auf den 9. November“

  1. 1
    Kommentar von axt

    Der 9. November ist in der deutschen Geschichte darüberhinaus ein (eher zufällig) bedeutender Tag, beispielsweise die Ausrufung der deutschen (Weimarer) Republik 1918 oder der Putsch in München 1923.

    Ich assoziiere diesen Tag jedoch am ehesten mit der Maueröffnung, wobei der 9. Oktober '89 für mich als damals teilnehmenden Leipziger mehr Emotionen weckt.

  2. 2
    Kommentar von jessica

    Wenn ich an den 9. Oktober denke, bekomme ich noch eine Gänsehaut. Was ein Glücksmoment für die Deutschen. Endlich bekommen sie die Freiheit, die sich sie bestimmt immer schon gewünscht hatten. Wenn ich noch daran denke, dass damals alle Pakete genau untersucht wurden und man nicht alles aussprechen durfte, was man wollte, kann man diese Situation mit einem Gefängnis gleichsetzen. Nach langen Jahren hat sich nun alles zum Guten entwickelt. Der 9.11 ist dann eher ein nebensächlicher Tag in meinen Augen. Aber es ist bestimmt auch Ansichtssache.

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