Open Source ist kostenlos nicht frei

Open-Source-Software (OSS) kostet keine Nutzungsgebühren unterliegt aber einigen Lizenzbestimmungen, die allzu gern vergessen werden. Wer dagegen verstößt, riskiert den Verlust aller Nutzungsrechte. Das ist für kleine Anwendungen, z.B. WordPress-Plugin – wie ich sie hier anbiete, sicher nicht schlimm, bei Applikationen, die im Unternehmen zum Einsatz kommen oder kommerzielle Software, die teile aus OSS verwendet sieht das Problem gleich viel Problematischer aus, denn ich riskiere unter anderem den verkauf des Produktes oder gar den reibungslosen Produktionsablauf im Unternehmen – das kann teuer werden.

OSS-Anwender und Distributatoren müssen sich an die Lizenzen halten, unabhängig davon, ob der Verstoß gegen das Lizenzrecht wissentlich oder durch Unwissenheit geschieht.

OSS ist grundsätzlich frei von Gebühren. An der Applikation können Hersteller und Händler nichts verdienen. Die Möglichkeit mit OSS an Geld zu kommen sind aber Kopierkosten zu erheben, Garantie oder Support gegen Bezahlung, Schulungen oder andere Geschäftsideen.
Auch hier gilt, wer mit OSS Geld verdienen will, der muss die Lizenzbestimmungen einhalten.

Diese Bestimmungen gelten nicht nur für Hersteller und Händler, auch Anwender und Kunden müssen sich an die Lizenz halten. Dadurch kann es beispielsweise dazu kommen, dass ein Anwender die Software nicht mehr benutzen darf, weil der Händler die Lizenzbestimmungen nicht eingehalten hat.

OSS besitzt verschiedene Möglichkeiten der Lizenzierung. Grundlegend unterscheidet man zwischen zwei Arten der Lizenzierung – Copyright- und Copyleft-Lizenzen. Die Copyleft-Lizenz gilt für OSS und verpflichtet den Hersteller zu einer offenen Lösung, die kostenfrei ist.
Um den unterschiedlichen Nutzungsinteressen recht zu werden wird unterschieden in Copyleft- und Non-Copyleft-Lizenz.

Die Non-Copyleft-Lizenz gibt dem Lizenznehmer alle Freiheiten einer OS-Lizenz. Es gibt keine Einschränkungen für die Veränderung und Verbreitung der Software. Die Software kann auch weiter verarbeitet werden, also auch in andere Anwendungen integriert werden und kann somit auch kommerziell genutzt werden. Allerdings müssen Hinweise zum Urheber und ein Haftungsausschluss im Code oder in der Dokumentation erfolgen.

Die Copyleft-Lizenz unterscheidet zwischen strenger und beschränkter Copyleft-Lizenz.

Die GPL ist genauer und gehört in den Bereich der strengen Copyleft-Lizenz. Was heist das nun wieder – hier muss der Lizenznehmer die entstandene Software unter der Ursprungslizenz weiterverbreiten. Software, die auf Basis GPL entsteht, muss für jedermann zugänglich sein – als offener Quelltext und ohne Lizenzgebühren. Die Lizenz garantierten Rechte dürfen bei Weitergabe nicht eingeschränkt werden. Der Nutzer akzeptiert diese Bedingung automatisch, sobald er die Software kopiert, verändert oder verbreitet. Ebenfalls müssen alle Vermerke bezüglich GPL und fehlender Garantie erhalten bleiben und jeder Kopieempfänger muss ein Exemplar der GPL erhalten.
Veränderungen im Code eines GPL-Projektes müssen gekennzeichnet (Datum und Markierung) werden. Ebenso stehen die neuen Teilprojekte unter GPL. Werden die Teilprojekte allerdings eigenständig als Softwareprojekte dargestellt, so können sie eine andere Lizenz nutzen und haben keine Offenlegungspflicht.

2 Kommentare

  1. Open Source hat nichts mit kostenlos zu tun.

    Es heißt lediglich, dass der Quellcode bereit gestellt werden muss.

    Genau genommen gibt es sogar GPL-Software, für die man bezahlen muss. Das hindert den Käufer natürlich nicht daran, die Software nach dem Kauf selbst gratis (oder für Geld) zu vergeben. Aber er muss auf jeden Fall den Quellcode mitliefern.

Kommentare sind geschlossen.