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Am 26. September verkündet Ryan Parman im offizielle Blog von SimplePie, dass die Entwicklung eingestellt wird, vorrangig aus Zeitgründen. SimplePie hat sich als Standard für das Parsen von Feeds etabliert und hat MagpieRSS schnell überholt, da die Unterstützung der verschiedenen Formate mit SimplePie besser gelang. Die Entwicklung von MagpieRSS ist recht schleppend und nicht immer den Ansprüchen genügend, was ebenfalls einer der Gründe war, sich für SimplePie zu entscheiden.
WordPress hat unter anderem aus diesen Gründen SimplePie seit Version 2.8 im Core integriert und nutzt es für das Parsen an unterschiedlichen Stellen. Es ist nicht konsequent verfolgt, die Bibliothek MagpieRSS steht weiterhin zur Verfügung und wird auch genutzt. Insofern hat WordPress beide Klassen im Core und die Verwendung ist auch recht unterschiedlich.

Ebenfalls nutzen beispielsweise Joomla, MODx, SilverStripe und DokuWiki die Bibliothek. SimplePie ist also nicht einfach nur eine kleine Bibliothek, die man schnell vergisst und eine andere einsetzt. Schade ist eben, dass gerade jetzt die Bibliothek in den Core von WordPress wanderte und nun stellt die Weiterentwicklung ein Problem dar. Gerade wegen der agilen Entwicklung hatte man sich bei WordPress nach langem hin und her für SimplePie entschieden.
Die Probleme mit MagpieRSS haben viele User, gerade im deutschsprachigen Raum mitbekommen, Umlauteproblem und das Parsen von Feeds im ISO-Format sind nicht einfach zu händeln. Mit meinem Plugin RSSImport, welches den Core von WordPress nutzt um das Parsen von Feeds zu vereinfachen, habe ich das fast täglich mitbekommen und daher habe ich mich mit der Veröffentlichung von WordPress 2.8 auch dazu entschieden, dass ich SimplePie als Alternative anbiete. Seit gestern habe ich diese Version aktiv im SVN von wordpress.org und nun muss ich diese Meldung lesen.
Ich hoffe, dass man einen Weg findet, dass man Leute findet, die aktiv SimplePie weiter entwickeln. Ideen gibt es schon jetzt dazu, bis hin zur obligatorischen Namensänderung zu RssPress. So wie es in den Kommentaren zum DevBlog von WordPress aussieht, wird die Weiterentwicklung von Ryan McCue übernommen. Aber auch Ryan denkt schon jetzt an die Finanzierung des Projektes. In einem meiner Beiträge habe ich die Undankbarkeit von Nutzern gegenüber Open Source kritisiert und auch hier zeigt sich wieder, dass viele Entwickler mit diesem Problem zu kämpfen haben. Um so schöner, wenn Matt mit WordPress hier Unterstützung leisten kann und die Kosten für Hosting und Domain übernimmt.
Klar, die meiste Arbeit ist vorrangig im Fixen von Sicherheitslücken und Bugs, wenn es diese gibt, zu sehen. Trotzdem muss man dafür Zeit opfern, egal wie umfangreich das Thema ist. Eine Weiterentwicklung kann aber auch im Funktionsumfang sein oder in der Erweiterung, die aus Änderungen und neuen Tags in den Feeds resultiert.
Es ist bedauerlich, dass es für ein so umfassend genutztes Projekt keine Leute gibt, die schnell und klar die Aufgabe übernehmen. Stellt sich auch hier die Frage von Open Source neu? Sicher ist es aber ein Ansatz um sich als Nutzer die Frage zu stellen, darf und soll ich mich von Erweiterungen abhängig machen? Im Bereich WordPress erlebt man dies öfter als gedacht; machen sich Nutzer doch recht oft von Plugins abhängig und können den Schritt zurück so gut wie nicht mehr vollführen. Ich proklamiere immer die Überlegung dieser Abhängigkeit und möchte mit diesem kleinen Ausflug nochmal auf das Thema aufmerksam machen. Jeder für sich, insbesondere Berater und „Webworker“ sollten ihre Kunden in dem Rahmen nicht im Unklaren lassen.
Ich bin urlaubsreif, ersticke in Arbeit und damit auch für die Leser des Weblogs nicht zu erreichen. Bitte geduldet euch ein wenig mit Supportanfragen.
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1. Oktober 2009 um 17:46
Den Code von anderen Leuten zu warten, ist (oft) schon eine sehr unangenehme Aufgabe, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann. Den Code von anderen Leuten weiter zu entwickeln, kann mitunter unmöglich sein. Man werfe einfach mal einen Blick in den Quellcode von WP, hier haben etliche Entwickler deutlich ihre Spuren hinterlassen.
Es ist also kein Wunder das viele erfahrene Entwickler lieber abwinken und etwas eigenes entwickeln. Selbst dann, wenn sie das Rad neu erfinden müssen.
Mittlerweile kann man sich auch größere Projekte fast komplett mit Lösungen von fremden Entwicklern zusammen stellen. Es bleibt lediglich die Integration als größere Aufgabe übrig. Die daraus entstehende Abhängigkeit scheint ein Grund zu sein warum oft darauf verzichtet wird sich das Leben auf diese Weise zu vereinfachen.
OpenSource sollte meiner Meinung nach nicht so verstanden werden das man komplett fertige Lösungen präsentiert bekommt die man nur noch anknipsen muss. OpenSource sollte viel mehr als Ideen-Pool verstanden werden. Deswegen ist ja auch der Quellcode offen und zugänglich, sowie kopier- und änderbar. OpenSource ist also vielmehr eine Bauanleitung als ein Baustein. Zumindest was kleinere Code-Teile angeht.
Was wäre denn gewesen wenn z.B. WP die Entwickelung ab Version 2.7 eingestellt hätte? Ich glaube, eine größere Katastrophe können sich viele gar nicht vorstellen. Zum einen weil es kaum passende Alternativen gibt auf die man relativ einfach umsteigen kann. Zum anderen, weil kaum noch jemand in dem Code-Gewusel von WP wirklich durchblickt.
das WP-Team wäre also gut beraten wenn sie sich weniger darauf verlassen das andere die Bestandteile ihrer Software brav weiter pflegen und statt dessen mehr selber entwickeln. Mit der Integration von fremden Code verlässt man sich schließlich auch immer darauf das dieser funktioniert und sicher ist. Ist eins von beidem nicht der Fall, und wird der Code nicht mehr gepflegt, hat man ein mittelgroßes Problem. Diese Probleme treten bei selbst entwickeltem Code natürlich auch auf, sind aber, da man den Code genau kennt und selber pflegt / pflegen kann, weniger groß.