Web 2.0 und die IT-Anbieter

Schon mal aufgefallen, Web 2.0 ist ein Schlagwort und in aller Munde – aller Munde – wohl nicht ganz, denn des öfteren habe ich den Eindruck, dass gerade die „Großen“ der Branche sich nicht mit den neuen Technologien auseinandersetzen. Schade, denn gerade bei den Anwendungen im Unternehmen können AJAX, API und Mashups ihre Stärke ausspielen und Browseranwendungen werden zur Bedienerwohltat und die gesparte Zeit spart Geld. Unternehmen, die global aufgestellt sein wollen, sollten sich damit auseinandersetzen. Web 2.0 mag nur ein Begriff sein, aber gibt Applikationen die Chance einfacher zu sein, nur ein Aufstellungsort, an dem die Software gepflegt werden muss, eine Zugriff für alle Nutzer. Sicher kann man das auch mit anderen Programmen machen, denke da an Serverfähige Tools, aber es gibt viele Anwendungen die einfach und gut über den Browser laufen können und sollten.

Web 2.0 – ein Begriff, der durch Tim O’Reilly und Dale Dougherty greiert wurde. Sie veranstallteten im herbst 2004 eine Konferenz, die sich mit den neuen Trends und Möglichkieten im WWW befasste. Neue Iddeen, die nach der Dotcom-Blase im Mittelpunkt stehe sollten.

AJAX – Der Browser kann auf Benutzeraktionen reagieren, ohne die gesamte Seite neu zu laden.

Mashups – Viele Anwendungen des Web 2.0 basieren auf Open Source-Software (OSS), und haben offene Schnittstellen (APIs) mit denen mehrere Angebote miteinander verknüpft werden können. Beispiel: GoogleMap im eigenen Blog darstellen.

Der Trend sollte als Herausforderung gesehen werden. Besonders im Bereich Standardisierung, offener Datenaustausch und einfacher Zugriff eine Rolle spielen müssen Zeichensätze, Sprache, Optik und Zugriffsberechtigung geklärt werden. Probleme mit der Applikation, lokal, gibt es nicht mehr, was einen enormen Pflegeaufwand in Unternehmen bedeutet. Damit können Kosten gesenkt werden. Die verwendete Plattform ist egal, ich muss nicht für verschiedene Betriebssysteme entwickeln, geschweige denn verschiedene Versionen beachten. Der Versionsstand der Applikation ist überall gleich.
Mietsoftware wird im IT-Bereich immer populärer, und unter dem Begriff SaaS (Software as a Service) gehört es zu den Begriffen des Web 2.0-Trends. Allerdings sehen Beobachter darin keine Zukunft, da oft komplizierte Lösungen gebraucht werden. Aber, wollen nicht gerade Firmen die Software vereinfachen, die Bedienung auf die Punkte beschränken, die vom Kunden benötigt werden. Der iPod macht es vor, er ist erfolgreich, auch ohne Überflutung des Nutzers mit Möglichkeiten. Gerade im beruflichen Umfeld müssen immer mehr Programme beherrscht werden, da ist man dankbar für eine Vereinfachung und besonders im SAP-Bereich höre ich diese Anforderung ständig vom Anwender.

SaaS – Provider stellen ihren Usern Applikationen bereit, die sie hosten und sich auf Zeitbasis (monatlich) bezahlen lassen. Verbesserungsvorschläge von Kunden fließen in das Produkt ein und alle Anwender profitieren davon.

Das Internet als Plattform für Applikationen, als Betriebs- und Kommunikationsplattform ist auch für Unternehmen interessant und besonders der Bereich Vertrieb, wo viele Mitarbeiter an unterschiedlichen Standorten einen einfachen und einheitlichen Zugriff auf gemeinsame Daten benötigen, hätte viele Vorteile.
Aber nicht nur der praktische Nutzen steigt mit Web 2.0 Technologien, sondern viele Applikationen könnten eine Veredelung und benutzerspezifische Bedienung gut gebrauchen. Dazu ist beispielsweise AJAX sehr gut geeignet. Populäre Seiten mit Web 2.0 Technologien, wie Flickr und Ning oder personalisierte Startseiten aller Google und Pageflakes, machen dies vor. Wäre doch schön, wenn man die Startseite des Unternehmens für sich als Mitarbeiter so konfigurieren könnte, dass ich die Informationen sehen, die ich benötige und nicht die, die Mitarbeiter für relevant halten.
Aber Web 2.0 bedeutet auch, interaktive Anreicherung der Inhalte durch User, wie es zum Beispiel Wikipedia vormacht. Auch dies sind Ansätze, die einigen Unternehmen gut tun würden. Nicht nur ein einfaches Ideenmanagement, sondern interaktiv gestalten und so die Firma und den Mitarbeiter bereichern.
Die Idee der personalisierten Startseite könnte im Unternehmen eine große Rolle spielen, hier können Gimmicks, wie die Anwesenheit von Mitarbeitern, bereitgestellt werden. Das eMail-Aufkommen könnte gesengt werden und Projekte, Arbeitsstände können mit vielen Kollegen geteilt werden.

RSS – Really Simple Syndication ist eine Möglichkeit zur automatischen Verbreitung von Inhalten.

Ähnliche Gedanken gibt es zum Thema RSS zu sagen. Auch davon können Unternehmen profitieren. Aber dazu habe ich mich in einem älteren Artikel schon mal ausgelassen – „RSS im Unternehmen“. Viele Hintergründe und INformationen zum Thema RSS gibt Alp Uçkan in seinem Artikel „Was ist RSS“.

Natürlich erinnern sich noch alle an die Dotcom-Blase und Dienstleister haben Angst vor falsch investierten Geldern. Eine abwertende Haltung ist zu spüren und damit stockt das Angebot im IT-Bereich. Ich wünsche mir eine schnelle Integration der Techniken in unsere Unternehmensanwendungen und damit eine Erleichterung der Tätigkeiten am Arbeitsplatz.

6 Kommentare

  1. Ich lese oben "SaaS - Provider stellen ihren Usern Applikationen bereit", das ist ja fast wortwörtlich "Application Service Providing"...

    SAAS (Software as a Service) ist meiner Meinung nach ein schönes Beispiel dafür, daß jemand, nur um etwas neues zu erfinden, versucht eine neue Abkürzung für etwas schon vorhandenes zu etablieren.

    In Zeiten des ersten Internet-Booms nannte man SAAS noch ASP (Application Service Providing), und es wurde damals stark ge-hype-t. Nach dem Hype wurde es um ASP zwar recht still, denn einige überzogene Versprechungen wurden nicht eingehalten, aber es hat sich still und heimlich zu einem stabilen und erfolgreichen Geschäft entwickelt.

    ASP: Ein inzwischen etabliertes Geschäftsmodell -- SAAS: Ein neues ange-hype-tes Modewort

  2. Danke für die Information. Aber so ist es ja nicht selten, neuer Name und schon kann die Sache viel besser laufen um man hilft mit "neuem" Namen auf die Sprünge, wobei ich immer dachte, ASP steht für Active Server Pages.

  3. @Frank: Ja, Microsoft hatte IMO mittels "Active Server Pages" versucht, den Hype um ASP zu nutzen und den Eindruck zu erwecken, ASP gäbe es nur von Microsoft. Sie haben damit teilweise Erfolg gehabt.

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