Methoden der Suchmaschinen-Optimierung (SEO) unter WordPress

Von Haus aus ist WordPress schon recht gut für Suchmaschinen optimiert, das liegt vor allem an der sauberen Trennung von Inhalt und Layout. Mit Hilfe von einigen Plugins kann man aber die Optimierung noch auf die Spitze treiben und viele Handarbeit an das System übergeben. Ich denke, dass es nie leichter war eine Website, geschweige denn ein Blog- bzw. CMS-System, für Suchmaschinen zu optimieren. Alle Tipps sollten im Regelfall überdacht werden, denn sie entsprechen lediglich meiner Erfahrung und Meinung. Ebenso sorgen Plugins für die Einbindung von zusätzlichen Funktionen, bergen aber auch Nachteile.

Ich stelle hier mal eine Auswahl an zusätzlichen Mitteln, Tipps und Plugins für WordPress, zusammen ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Verbesserrungen und Kritik sind herzlich willkommen.

Der Seitentitel

Der Titel einer Seite sollte den Inhalt unterstreichen und dem Leser einen Hinweis geben worum es geht. Außerdem werden die Title in den Lesezeichen abgelegt und sollten dementsprechend dort auch wieder gefunden werden.

Beispiel:
So sieht das Standardformat des title-Tags unter WP 2.* aus.
bueltge.de [by:ltge.de] » Blog Archiv » Methoden der Suchmaschinen-Optimierung unter WordPress

Dieser Titel ist beim Ablegen wenig sinnvoll, da die meisten Browser nur wenige Zeichen abbilden. Außerdem unterstreicht es erst nach einigen Inhalten (Bueltge.de » Blog Archiv »), die für den Besucher einer Seite wenig aussagekräftig und relevant sind, den Inhalt der Seite.

Ist es nicht besser, wenn der Besucher der Seite direkt und ohne Umwege erfährt worum es geht.
Beispiel:
Methoden der Suchmaschinen-Optimierung unter WordPress - bueltge.de [by:ltge.de]

Überprüfe deinen Titel und ändere gegebenenfalls den Aufbau. Wie das geht und wo der Eingriff vorzunehmen ist, in diesem Artikel: „WP - WordPress Titel ändern“
Hierbei ist vielleicht noch zu erwähnen, dass dem Strich (Minus) zwischen den einzelnen Wörtern eine besondere Bedeutung zukommt.
„Bindestriche haben bei Google in der URL die eindeutige Aufgabe der Keyword-Trennung. Sie beeinflussen die Ergebnisse der Suchanfragen, da jedes einzeln und die Kombination der Einzelwörter Gewicht bekommt.“

Die Permalinks

Benutze Permalinks, sie können für eine gezielte Aussage des Links sorgen und werden von Mensch und Maschine besser verstanden. Achte darauf, dass der Beitragstitel im Link enthalten ist.

Ohne Veränderung der Permalinkoption sieht der Link folgendermaßen aus.
Beispiel:
https://bueltge.de/?p=182

Gibt uns nicht ein Link mit dem Titel mehr Aufschluss?
Beispiel:
https://bueltge.de/ methoden-der-suchmaschinen-optimierung-unter-wordpress/182/

Überschriften

Suchmaschinen wiegen Überschriften (h1, h2, h3, …) stärker als andere Inhaltselemente (p, li, …). Demzufolge muss der Titel aussagekräftig sein und entsprechende Schlüsselwörter enthalten, was nicht immer leicht ist. Ebenfalls ist die Anordnung der Überschriften wichtig, halte die Reihenfolge ein, also von h1 zu h5. Im besten Fall vergibt das Theme den Titel oder den Blogtitel an eine h1-Überschrift. Weitere Überschriften werden dann untergeordnet.

Alterantivtags

Nutze alt-Tags um die verwendeten Bilder zu beschreiben. Denke daran, dass nicht alle Besucher mit den gleichen Browser kommen und eventuell Bilder deaktiviert haben. Ebenso gibt es User, die nicht mit den Augen die Website „lesen“.
Außerdem hilft der alt-Tag der Bildersuche von Suchmaschinen, deshalb ist ein Zusammenhang von Beschreibung und Bild wichtig.

Tags

Tags haben sich im Lauf der letzten Jahre zu einer wichtigen Einrichtung entwickelt und diverse Anbieter nutzen diese Tags um bestimmte Service anzubieten. Durch tags können verschiedene Vernetzungen im WWW vorgenommen werden, von Beitrag zu Beitrag. Auch Suchmaschinen untersuchen diese Tags, da sie unter anderem die Backlinks verfolgen, die durch diverse Service entstehen.

Hilfreiche Plugins:

Abhängige und ähnliche Beiträge

Gebe dem Besucher der Seite Hinweise, wo es weitere Informationen gibt. Biete abhängige oder ähnliche Beiträge an. Suchmaschinen verfolgen diese Links ebenso und vertiefen die Suche dadurch wesentlich stärker. Deine Seite wird besser indiziert.

Hilfreiche Plugins:

Suchmaschinenbesucher verwöhnen

Wenn Besucher von einer Suchmaschine kommen, dann suchen sie etwas Spezielles. Nicht immer finden sie das auf dem Ergebnis, welches die Suchmaschine anbieten. Wenn der Besucher der Seite zusätzliche Information bekommt, bleibt er länger auf der Seite und findet eventuell schneller was er sucht und ist begeistert durch den Service der Seite.

Hilfreiche Plugins:

Sitemap, Google Sitemap

Stelle den Besuchern deiner Site eine Sitemap bereit. Dies sorgt nicht nur für die Übersicht aller Artikel, sondern bringt auch eine Liste von Links zum Indizieren durch Suchmaschinen.

Google bietet für Webmaster diverse Service an, einer ist Google Sitemap. Mit Hilfe dieser Sitemap (xml) können die Spider von Google die Seite besser durchforsten und verfolgen jeden Link in dieser Sitemap. Sinnvoll ist das nicht nur für Google, sondern auch für den Seitenbetreiber, der seine Site bei Google gelistet haben möchte. Mit jeder Information, die an Google geht – „neue Sitemap“ – kommen die Spider und untersuchen die Site neu.

Hilfreiche Plugins:

Valides Markup

Überprüfe, ob deine Site valides xhtml erstellt. Dies ist sicher nicht der ausschlaggebende Faktor, aber vielleicht das kleine i-Tüpfelchen zu Platz 1.
Ich habe die Erfahrung in den letzten Jahren gemacht, dass Seiten mir reinem xhtml und strenger Trennung von Layout und Design viel besser gelistet werden.
Auch dazu gibt es einige Plugins, mit denen ich aber keine Erfahrung gesammelt habe. Bisher war es immer so, dass die Übergabe von sauberem Code an ein Plugin eher ein negatives Ergebnis erzeugte.

Vermeide schmutzige Tricks

Cloaking – eine Technik der Manipulation, um das Ranking zu verbessern. Google verbannt alle Seiten, sobald diese als Cloakingsite indiziert werden.
Vermeide versteckte Inhalte und Links, dazu zählen zum Beispiel Texte mit Schriftgröße 1px, Texte mit der Farbe der Hintergrundfarbe oder Inhalte, die per CSS display: none zugewiesen bekommen.
Ebenso sollten unrelevante Tags und Wörter vermieden werden.
Sende keine generierten Fragen an Suchmaschinen.
Trojaner, Viren oder andere negative Inhalte haben auf Websiten nichts verloren.
Doppelter Inhalt, Subdomains die auf gleiche Inhalte verweisen oder Gebiete/ Ordnerstrukturen die ebenfalls auf gleiche Inhalte verweisen sind zu vermeiden. Zusammengefasst- vermeide doppelten Inhalt.
Doorway-Seiten sind ebenfalls nicht einzubinden, sie dienen lediglich des Spamming von Suchmaschinen und enthalten keinen Inhalt.

Fazit: Vermeide alle Tricks, die das Ranking in Suchmaschinen verbessern sollen. Merke – in der Regel kennen Google und andere Suchmaschinen diese Tricks und können sie erkennen. Falls nicht, dann lernen sie ebenso schnell und binden sie in ihre Cloakingabfrage ein.

Backlinks pflegen

Halte Kontakt mit anderen Seiten, stelle Verbindungen zwischen den Seiten her. Überprüfe Webseiten, die auf deinen Blog verweisen und prüfe gegebenenfalls den Inhalt.
Achte darauf, dass die Kommentare und Trackbacks ebenso von Suchmaschinen identifiziert werden können – Begriff „nofollow“. Vermeide nofollow, auch wenn es für das Ranking der eigenen Site unwichtig ist. Die Akzeptanz und die Fairness der anderen Blogger sind gerade im Kommentarbereich wichtig. Dies setzt allerdings auch voraus, dass du die Kommentare und Trackbacks, welche du erhältst, prüfst und nicht jeden Eintrag zulässt.

Weiterführende Links:

Hilfreiche Plugins:

Aktualisieren der Site

Halte deinen Blog aktuell und versuche möglichst keine tote Site im WWW zu werden. Deine Besucher wollen verwöhnt werden und werden nur dann Abonnenten, wenn es immer wieder neue Inhalte gibt. Mit Hilfe des Update Service (Ping) kannst du verschiedene Dienste über deine neuen Artikel informieren.

Deutsche Pingadressen:

  • http://rpc.technorati.com/rpc/ping
  • http://ping.feedburner.com
  • http://api.my.yahoo.com/RPC2
  • http://ping.wordblog.de/

Inhalte

Überprüfe deine Inhalte auf ihre Qualität und Relevanz. Versuche dich mit Themen auseinander zusetzen, die du verstehst. Hafte an ihnen und bleibe deiner Linie treu. Beziehe deine Leser ein und rege sie eventuell zur Mitarbeit an, dazu zählen kleine Sachen – wie Kommentare. Dafür ist möglich, die Kommentarfunktion mit einigen Plugins aufzuwerten und so dem Leser den Kommentar zu erleichtern.

Hilfreiche Plugins:

17 Kommentare

  1. Sehr gute Zusammenfassung, danke dafür.
    Zum Thema "Seitentitel" habe ich noch folgende Ergänzung:
    WordPress Theme-Optimierungen -> Bessere Titel-Anzeige. Siehe dort auch die Kommentare.

    Dann noch was zu Permalinks:
    Viele bauen Permalinks im Schema domain.com/blog/2006/06/16/Artikel-Titel/ auf. Nachteil: Führt für Google und co. zu sehr in Unterverzeichnisse und ist damit weniger relevant. Wenn schon Datum verwenden, dann ohne Slashes und z.B. mit Strich, also: domain.com/blog/2006-06-16/Artikel-Titel/ Damit ist für Suchmaschinen die Zielseite nicht zu weit in Unterseiten und gewinnt damit an Relevanz.

  2. Google liebt es schlank - und deshalb ist der Vorschlag ernst zu nehmen, Permalinkstrukturen auf das Notwendige zu verkürzen: auf den Titel des jeweiligen Beitrages. Die Standardeinstellung in WordPress "/Jahr/Monat/Tag" ist in der Praxis suchmaschinenfeindlich. Im Grunde reicht es, die Permalinks auf /%postname%/ zu beschränken. Für bereits indexierte Seiten sollte man dann allerdings in der htaccess-Datei unbedingt für eine entsprechende Weiterleitung sorgen, sonst verärgert man sich Google und Besucher.

    Beispiel: RedirectMatch permanent /([0-9]{4})/([0-9]{1,2})/([0-9]{1,2})/([^/]+)/?$ /$4/

  3. Danke Frank für den informativen Artikel.
    Ergänzend darf ich auf einen ähnlichen Artikel zur Suchmaschinenoptimierung von WordPress hinweisen.

    Zu den Datumsangaben in der Url: Matt Cutts hatte dazu leider wie meist ohne nähere suchmaschinentechnische Begründung abgeraten. Die Unterebenen spielen (kl)eine Rolle. Inwieweit für den Leser aber mit einem Datum in der Url ein Nutzen verbunden ist, mag jeder selbst entscheiden.

  4. Pingback: Frank Ristau
  5. Guter Artikel, zumal WP auch innerhalb der SEO Gemeinde immer mehr Freunde findet, die aber speziell zu WP immer wieder die ein oder andere Frage haben.

  6. Sehr informativ und leicht verständlich. Habe einige gute neue Eindrücke gewonnen die ich gleich mal versuche in die Tat umzusetzen. Interessant wäre noch die Zusammenhang zwischen Backlink und Content. So viel ich weiß sollen ja Backlinks von einer Seite mit ähnlichem Content mehr bringen.

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